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Über den Holzschneider von Dr.Rainer Zerbst 1999

- und es ist kein Zufall, dass Bauschert dieses Bild mit einem Farbnamen betitelt. Farbe diente ihm nie nur als reine Abbildung. Farbe, so meinte er einmal, sei für ihn nicht illustrativ, keine bloße Untermalung oder Unterstreichung. Sie kann die Aussage tragen.
Manchmal beließ Bauschert auch einfach das Weiß des Papiers - und hat unversehens eine Schneelandschaft. Gut: der Titel heißt auch "Baumstämme im Schnee", aber man bräuchte ihn nicht. Wir sehen ein paar kahle, schwarze Stämme einsam verloren da stehen inmitten einer weißen Fläche - und dieses Weiß nimmt mindestens die Hälfte des Bildes ein - ein kühner Einfall, aber das Resultat ist die unberührte Winterlandschaft.
Und obwohl er die Farbe nicht illustrierend einsetzt, also auch nicht abbildend, nähert er sich mit Farben doch der Wirklichkeit an.
Mit Ausnahme des grellroten Daches - oder eines grell gelben Getreidefeldes - das sind pure Farben - verwendet Bauschert fast durchweg gedeckte Farben, gemischte Farben - ganz wie die Natur auch. Ein "Schuß Natur" eben, aber auch wirklich nur ein "Schuß", denn naturidentisch sind Bauscherts Farben nie. Auf diese Weise haben seine Bilder immer etwas Symbolisches an sich - ganz anders als bei HAP Grieshaber - sie verweisen auf das Typische, das Charakteristische.

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